Der Mensch schafft sich ein eigenes Problem – und es ist gigantisch. Die Rede ist von Plastik im Meer. Plastik befüllt unsere Meere – so stark, dass es im Jahr 2050 mehr Plastik als Fische im Meer geben wird.

Plastik im Meer ist ein ernstzunehmendes Problem. Denn Plastik im Meer macht die Ozeane kaputt: Größere Plastikteile wie zum Beispiel Dosenhalterungen sind eine akute Gefahr für Meereslebewesen, die sich darin verfangen und sterben können. Kleinere Teile können von Meereslebenwesen nicht von ihrer eigentlichen Nahrung unterschieden werden und werden deshalb mit oder anstatt der Nahrung aufgenommen – mitunter so viel, dass Fische, Schildkröten etc. daran qualvoll verenden.

Plastik ist aber auch ein Magnet für Giftstoffe. Auf den Plastikpartikeln im Meer lagern sich Umweltgifte ab, die das Plastik noch gefährlicher für die Meereslebewesen machen. Davon betroffen sind nicht nur die Meeresbewohner, sondern auch wir Menschen, denn mit jedem Fisch oder jeder Meeresfrucht, die wir essen, nehmen auch wir geringe Mengen Plastik zu uns.

1,6 Millionen km²

So groß ist der Great Pacific Garbage Patch. Damit ist die riesige Müllhalde im Meer 4 Mal so groß wie Deutschland.

(Quelle: zeit.de)

Warum ist Plastik im Meer so schlimm?

Das Meer in voll mit Plastikmüll: Plastiktüten, Plastikbesteck, Feuerzeuge, Zahnbürsten, Spielzeug, Einmalrasierer und ähnliches. Jedes Jahr kommen mehr als 5 Millionen Tonnen Plastikmüll hinzu – mit dramatischen Folgen. Der Great Pacific Garbage Patch vor Hawaii ist 1,6 Millionen Quadratkilometer groß – und damit 4x so groß wie ganz Deutschland. Und er wächst stetig – durch unachtsam weggeworfenen Müll, der über Seen und Flüsse im Meer landet.

Der Plastikmüll in den Meeren ist aber nicht nur ein optisches Problem. Denn trotz seiner enormen Größe befindet sich im Great Pacific Garbage Patch nur ein Bruchteil des Plastiks im Meer. Weitaus größere Mengen befinden sich für uns unsichtbar unter der Meeresoberfläche und bilden dort eine riesige Gefahr für alle Meereslebewesen. Denn leider werden die bunten Plastikteile sehr häufig mit Nahrung verwechselt. Es wurde auch herausgefunden, dass Plastikteile einen Geruch absondern, der von Vögeln als Geruch von Nahrung wahrgenommen wird. Eine Million Meeresvögel und 100.000 Meeressäuger sterben jedes Jahr an Plastikmüll, hinzu kommen unzählige Fische. Delfine oder Schildkröten verheddern sich in alten Fischernetzen und verenden kläglich darin. Fische und Vögel fressen Plastikreste, die ihren Verdauungsapparat verstopfen, sodass sie bei vollem Bauch verhungern.

Warum gibt es Plastik im Meer?

26 Millionen Tonnen Plastikmüll fallen in Europa jährlich an, Deutschland produziert mit 37,4 Kilo pro Einwohner mehr als der EU-Durchschnitt von 31,1 Kilo pro Einwohner. Und obwohl es bei uns Mülltrennung und Recycling gibt, wird nur etwa ein Drittel allen Plastiks in Deutschland wiederverwertet. Der Rest wird verbrannt, in andere Länder exportiert oder gelangt unbeabsichtig in unsere Gewässern.

Weitaus schlimmer sieht es in anderen Ländern aus, in denen weniger gesetzliche Vorgaben für die Müllentsorgung gibt. Den Schwerpunkt bilden dabei vor allem die Länder in Südostasien.

5 Millionen

So viele Tonnen Plastik landeten allein im Jahr 2010 mindestens im Meer.

(Quelle: zeit.de)

Das gefährliche ist: Plastik verrottet nicht. Stattdessen zerfällt es durch Wellengang und Sonneneinstrahlung in immer kleinere Plastikteilchen, das sogenannte Mikroplastik.

Mikroplastik landet aber auch auf anderen Wegen im Meer. So werden kleine Plastikpartikel vielen Kosmetikprodukten beigemengt. Beim Benutzen dieser Produkte gelangt das Mikroplastik in den Abfluss – und von da in die Meere.

Weitere Quellen von Mikroplastik sind auch Kunststofftextilien, die beim Waschen Partikel  oder auch Autoreifen, die beim Fahren auf der Straße Material verlieren. Der Abrieb von Autoreifen wird derzeit als die größte Quelle des Eintrags von Mikroplastik bewertet.

Plastik befindet sich nicht nur im Wasser, sondern es hat sogar bereits die Pole erreicht. Forscher fanden kürzlich in einem Liter Artktiseis 12.000 Teilchen von Mikroplastik.

Plastik im Meer – Was kann ich dafür?

Was habe ich damit zu tun, wenn auf einmal Plastik im Meer landet? Diese Frage ist berechtigt, denn die meisten von uns wohnen nicht direkt am Meer und noch weniger Menschen schmeißen wahrscheinlich mit Absicht Plastikmüll ins Meer hinein.

Trotzdem hat fast jeder von uns seinen Beitrag daran, dass das Plastik im Meer immer mehr wird. Wir sollten uns alle fragen: Wie habe ich das letzte Mal mein Essen transportiert? Wie habe ich mein letztes Essen beim Imbiss bekommen? Wie kam das Essen, als ich beim letzten Mal beim Asiaten bestellt habe? Wahrscheinlich eingepackt in Styropor, anbei eine Plastikgabel und zum Tragen in einer Plastiktüte verpackt.

Mehr als 5 Billionen

So viele Plastikteilchen schwimmen schätzungsweise in unseren Ozeanen.

(Quelle: journals.plos.org)

Aber auch durch unseren Konsum zu Hause haben wir einen großen Anteil. Benutze ich Mülltüten aus Plastik? Trinke ich aus Einwegplastikflaschen? Bewahre ich mein Essen mit einer Frischhaltefolie im Kühlschrank auf? Wie kaufe ich Obst und Gemüse im Supermarkt ein? In einer Plastiktüte? Auch die Verpackungen von Käse, Wurst, Joghurt, Sahne, etc. sind meist aus Plastik. Es ist erschreckend, wie viel Plastik wir jeden Tag verbrauchen. Wer das mal ausprobieren möchte, kann ein kleines Experiment machen. Eine Woche lang den gesamten Plastikmüll nicht wegschmeißen, sondern aufbewahren. Nach 7 Tagen wird man überrascht und schockiert sein.

Und mit jedem Stück Plastik, das nicht ordnungsgemäß entsorgt wird, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass davon etwas im Meer landet.